Villa Romana-Preisträger 2017
Fünf Künstler erhalten Stipendium in dem renommierten Künstlerhaus

Die Villa Romana-Preisträger 2017 stehen fest. Ausgezeichnet wurden die fünf Künstlerinnen und Künstler Andrea Bellu, Carina Brandes, Kasia Fudakowski, Stefan Pente und Farkhondeh Shahroudi. Sie werden im nächsten Jahr in dem Künstlerhaus in Florenz leben und arbeiten. Ausgewählt wurden sie von der Künstlerin Natascha Sadr Haghighian und Moritz Wesseler, dem Direktor des Kölnischen Kunstvereins. Die Preisträger erhalten ein freies Atelier und ein monatliches Stipendium, das es ihnen erlaubt, sich intensiv der eigenen künstlerischen Arbeit zu widmen. Außerdem habe sie so die Möglichkeit, sich mit den anderen internationalen Gastkünstlern auszutauschen.

Der Villa Romana-Preis ist nicht nur der älteste deutsche Kunstpreis, sondern auch das am längsten bestehende kulturelle Engagement der Deutschen Bank und ihrer Stiftungen: Bereits seit Ende der 1920er Jahre wird diese renommierte Auszeichnung für zeitgenössische Kunst in Deutschland unterstützt. In den letzten Jahren hat sich die Villa Romana als Plattform für Künstler unterschiedlichster Generationen, Szenen und Nationalitäten etabliert. 2013 brachte das Ausstellungsprojekt Süden die lebendige Atmosphäre der Villa nach Berlin in die Deutsche Bank KunstHalle.

Andrea Bellu untersucht die Einflüsse der gewaltvollen europäischen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts auf die Gegenwart. Auf Reisen durch Schlesien, Galizien und die Bukowina hat sie das Material für ihre Arbeiten zusammengetragen. Bellu ist in der Sammlung des Museums für Moderne Kunst Frankfurt vertreten. 2016 nimmt sie u.a. an Archive Matters am Centre for Feminist Research des Goldsmith College in London teil.
 
Carina Brandes‘ Medium ist die analoge Schwarzweiß-Fotografie, die sie im Labor auch selbst entwickelt. Meist steht sie als Akteurin vor ihrer Kamera und inszeniert sich in ebenso beiläufigen wie surrealen Situationen. Brandes nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen, u.a. am Moma PS1 wie in den Kunstvereinen von Hannover, Bonn und Köln, teil.

Kasia Fudakowskis aus Keramik, Rattan, Metall, Salzteig und Ton geformte Skulpturen pendeln zwischen Abstraktion und Figuration und spielen mit dem menschlichen Bedürfnis, sich in allem selbst wieder zu erkennen, was die Künstlerin in ihren Performances dann auch immer wieder persifliert. Fudakowski nahm bereits an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil. Das FUTURA Contemporary Art Center in Prag widmete ihr in diesem Jahr eine große Einzelausstellung.
 
Stefan Pentes Thema ist die Konstruktion von Identität mittels Sprache und Bildern. Seine Filme und Performances entstehen oft in Kooperationen, u.a. mit William Locke Wheeler. Für 2017 bereitet er die stadt- und genderpolitische Operette The Swansong vor, die mit mehr als 20 Mitwirkenden und Co-AutorInnen im NGBK Berlin aufgeführt wird.

Farkhondeh Shahroudi setzt sich mit der Zerstörung oder „Verwundung“ von Objekten auseinander. Ihre zum Teil sehr großformatigen, mit arabischen Schriftzeichen bestickten textilen Körperskulpturen finden sich u.a. in der Sammlung des British Museum in London.

Der Villa Romana-Preis wird vom Verein Villa Romana ausgelobt und  mit Mitteln der Deutsche Bank Stiftung, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie weiterer privater Förderer finanziert.