#itsalldesign
Das Bauhaus im Tel Aviv Museum of Art

Diese Stadt ist wirklich der ideale Ort für eine Ausstellung zum Bauhaus. In Tel Aviv gibt es weltweit die meisten Gebäude im Bauhaus- oder Internationalen Stil. „Weiße Stadt“ –  so werden die über 4.000 Häuser bezeichnet, die seit 2003 zum Weltkulturerbe gehören. Die Architekten dieser Gebäude waren größtenteils deutsche Juden, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Sie brachten den neuen Stil nach Palästina.

Mit The Bauhaus – #itsalldesign würdigt das Tel Aviv Museum of Art jetzt dieses interdisziplinäre „Labor der Moderne“. Doch die Ausstellung, die von der Deutschen Bank gesponsert wird, präsentiert nicht nur eine Vielzahl selten gezeigter Exponate aus Design, Architektur, Kunst, Film und Fotografie. Zugleich stellt sie das Bauhaus in einen Dialog mit aktuellen Tendenzen. So veranschaulicht  die vom Vitra Design Museum organisierte Schau die überraschende Aktualität der legendären Institution, an der Lehrer und Schüler aus 27 Nationen arbeiteten. Neben historischen Werken von Marianne Brandt, Marcel Breuer, Lyonel Feininger, Herbert Bayer, Oskar Schlemmer oder Walter Gropius sind zeitgenössische Arbeiten von Konstantin Grcic, Olaf Nicolai, Adrian Sauer oder Alberto Meda zu sehen. Sie transportieren die Ideen der Bauhaus-Moderne in die Gegenwart.

Aus dieser Gegenüberstellung resultiert ein neues, differenzierteres Bild des Bauhauses. Die Schau räumt auf mit dem Klischee vom minimalistischen, kühlen und geometrischen Bauhaus-Design. Sie dokumentiert zugleich, wie interessiert die damaligen Designer an sozialen Zusammenhängen, Experimenten und Prozessen waren. .Außerdem macht die Ausstellung eines klar: Mit seinem offenen Designbegriff hat das Bauhaus ganz entscheidend dazu beigetragen, dass Design heute unsere gesamte Lebenswelt durchzieht – eine Verbindung, auf die auch der Untertitel der Ausstellung anspielt: #itsalldesign.

It’s all design – diese Devise trifft auch auf das vielfältige Werk von Roberto Burle Marx zu. Im Sommer 2017 stellt die Deutsche Bank KunstHalle diesen einflussreichen Protagonisten der Moderne vor. In Kooperation mit dem Jewish Museum in New York, wo die große Retrospektive bis vor kurzem zu sehen war, ehrt sie den brasilianischen Landschaftsarchitekten, dessen beschwingte Mosaikpflaster an der Copacabana zu einem der Wahrzeichen Rio de Janeiros wurden. Der Sohn eines aus Deutschland stammenden jüdischen Emigranten kam bei einem Aufenthalt in Berlin 1928 mit den progressiven Kunstströmungen seiner Zeit in Berührung. Die abstrakten Formen des Kubismus sollten zum Grundstein für ein Lebenswerk werden, das neben 2.000 Gärten auch Textil- und Schmuckdesign, Malerei, Keramik und Bildhauerei umfasst.
A.D.

The Bauhaus  –  #itsalldesign
15.10.2016 – 07.01.2017
Tel Aviv Museum of Art