Mehr Diversität für junge Kurator*innen
Idris Khan gestaltet erste Edition für Frieze x Deutsche Bank Emerging Curators Fellowship

Gemeinsam mit der Londoner Kunstmesse Frieze und der renommierten Chisenhale Gallery startet die Deutsche Bank zur diesjährigen Frieze Week eine neue Initiative. Das Frieze x Deutsche Bank Emerging Curators Fellowship soll aufstrebende Kurator*innen mit POC (People of Color)-Hintergrund in Großbritannien dabei unterstützen, in der Kunstwelt Fuß zu fassen. Die Initiative, für die sich Künstler*innen sowie öffentliche und private Unterstützer*innen zusammengetan haben, will in der britischen Kunstszene für mehr Sichtbarkeit und Diversität sorgen. Das erste Fellowship wird in Partnerschaft mit der Chisenhale Gallery im Londoner East End realisiert. Der Kunstraum, in dem von Wolfgang Tillmans und Pipilotti Rist bis zu Helen Marten oder Camille Henrot schon unzählige wichtige Gegenwartskünstler*innen ausgestellt haben, hat langjährige Erfahrung in der Ausbildung von Kurator*innen. Der oder die erste Empfänger*in des Fellowship wird in der Institution die laufenden Ausstellungen und das Bildungsprogramm mitbetreuen. Zusätzlich gibt es Sessions mit Mitgliedern der Messeleitung der Frieze, die Kosten für Honorare, Reisen und Recherchen werden ebenfalls übernommen. Bewerbungsstart ist Januar 2021.

Um das Fellowship finanziell mit zu unterstützen, haben sich prominente britische Künstler*innen bereiterklärt, limitierte Editionen zu gestalten, deren Erlös der Initiative zugutekommt. Den Auftakt macht ein Künstler, der auch in der aktuellen Ausstellung Time Present im Berliner PalaisPopulaire vertreten ist, die sich mit Werken aus der Sammlung Deutsche Bank der internationalen Fotografie von den 1970er-Jahren bis heute widmet. Der 1978 geborene Londoner Idris Khan ist der Meister einer konzeptionell ausgerichteten, poetisch-philosophischen Fotografie. Auf seiner Arbeit in der Berliner Ausstellung überblendet er digital die Gasometer, die von dem Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher aufgenommen wurden, und schafft ein geisterhaftes Bild, in dem architektonische Strukturen aus unterschiedlichen Zeiten vibrieren und nachzuhallen scheinen.

Ähnlich vielschichtig ist auch Khans Beitrag für das Fellowship – eine schützende Gesichtsmaske aus nachhaltiger Baumwolle, die er während des Covid-19-Lockdowns entworfen hat. In dieser Zeit konnte er verfolgen, „wie intensiv sich die Farben in der Natur verändern“. Die Arbeit trägt den Titel Time Past, Time Present. Für den blauen Druck auf der Maske fotografierte Khan Seiten mit den Notationen von Vivaldis Vier Jahreszeiten und überblendete sie solange, bis sich eine feine, flirrende Linienstruktur mit unzähligen Markierungen ergab. Sein Beitrag bildet den Auftakt für eine fortlaufende Reihe von Editionen, mit denen das Frieze x Deutsche Bank Emerging Curators Fellowship kontinuierlich unterstützt wird. Die nächste Edition wird von dem Künstler und Regisseur John Akomfrah gestaltet. Die Maske kann ab sofort für 40 £ auf frieze.com erworben werden.